Hitchhiking from Switzerland to Papua. Some reports of a traveler. Autostopp von der Schweiz nach Papua ohne Flugzeug zu benutzen. Ein grobes Tagebuch eines Globetrotter.
Malaysia
Chinesisches Neujahr in Georgtown.
28.- 31.1.2011
Penang, die Insel auf der Georgtown liegt, ist faszinierend. Typisch für Malaysia sind hier alle Kulturen und Religionen zusammengewürfelt. Integration im Sinne wie wir es in der Schweiz verstehen gibts eigendlich nicht (Viele verwechseln bei uns Integration mit perfekter Assimilation oder Akzeptanz mit Ignoranz). Parallelgesellschaft ist hier Standart, die Stadt ein bunter Mix von Chinesen, Inder, Malay und Europäer.
Wie es dazu kam ist nicht gross überraschend. Hier liegt perfekt die Malakkastrasse. Dieser Durchgang ist eine Hauptschlagader der Schiffahrt seit hunderten von Jahren. Hier kommt man von Europa und Indien nach China. Hier kommen die Schiffe hindurch welche im Süden nach Singapur wollen. Dementsprechend war die Strategie der Kolonialisten keine Überraschung. Durch Festungen und Häfen wurde die Region wichtig. Der Aufschwung und der erzwungene Stabilität der Besatzer ermöglichte es chinesischen und indischen Händlern und Arbeitern sich anzusiedeln. Selbst heute lebt hier der grösste Teil der Bevölkerung.
Erste Impressionen von dieser Insel:
Ich musste wiedermal auf den Markt um mir die Fischarten hier anzusehen. Selber habe ich kaum Erfolg. Andere Fischer vor Ort auch nicht. Sie meinten mit einer Angelrute müsse man schon eine volle Woche für einen kleinen Fisch am Wasser stehen. Die Überfischung hat die Weltmeere leergefischt. In den Nachrichten wird erzählt, dass es noch nie so wenig Getiere im Salzwasser hatte. Andere Leute am Hafen bestätigen mir, dass man regelmässig kleinmaschigere Netze verwendet, da man sonst zuwenig rausholt. Dies mit dem Resultat dass die Fische weder wachsen noch Nachwuchs zeugen können. Die verhassten Fangquoten der EU will hier jeder Die Regierung setzt es aber nicht durch. Niergends in Südostasien. Ich erinnere mich an die grossen Fänge zum Abschluss des Aufenthalts am Nordkap. link
Rund um die Lebuh Chulia sind so gut wie alle Weltreligionen vertreten.
Zeremonie im buddhistischen Zentrum, welche mich an die direkten Begegnungen in Tibet erinnern link.
Einer der wichtigsten chinesischen Tempel . Der Hainan- Tempel. Oft beobachte ich, dass die alte Kultur der Ahnenverehrung sowie ein Mix aus Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus hier besser überlebte als in China selbst. Die Kulturrevolution lies keinen Stein auf dem anderen. Der Schaden an der Kultur Chinas ist unabschätzbar. Umfassend über das politische China im Blog 2: link
Für die Hindus gibt den Sri Mahamariamman Tempel.
Eine indisch- muslimische Moschee von Kapitän Kling.
Der chinesische Kon Hock Keong Tempel.
Eine Kirche!
Interessant war auch zu beobachten, dass die Häuser völlig verschiedene Bauarten haben. Die Händler brachten gleich ihre Handwerker mit. Zum Beispiel Kapitän Kling nahm sogar das Baumaterial aus der alten Heimat mit. Oben links ist das Haus eines der wichtigsten Händler dieser Zeit. Dieser einflussreiche Chinese sei sogar der Begründer der chinesischen Republik gewesen, bevor diese von den Kommunisten abgelöst wurde. Rechts: ein Bild eines Forts der Ausländer. Die Briten sind auch der Grund wieso Englisch quasi eine Zweitsprache ist in ganz Malaysia.
Ungewöhnliche Leuchttürme. Mehr Fotos über diese Stadt findet hier link
Zum Schluss noch ein Bild meines Raums. Improvisiert muss oft werden, vorallem für die Hygiene und zum Kleider waschen. Die Unterkünfte sind hier eindeutig teurer als in den letzten Ländern. Ein Zimmer kostet gut das doppelte: 10-15 Franken die Nacht.
Persönlich: Mir gehts soweit gut, ich habe mich nicht gross im Voraus mit Malaysia befasst. Mit grossem Erstaunen und Neugier entdecke ich jeden Moment wieder Neues. Dass ein hauptsächlich islamisches Land multikulturell und multireligiös, sowie friedlich eine Erfolgsgeschichte schreiben kann weckt mein Interesse.Einen faden Nebengeschmack habe ich schon entdeckt: Während in Palästina oder sonstwo oft jeder Salam aleichum als Begrüssung benützt, dürfen das hier nur die Muslime. Dies bedeutet, dass sofort bei der Begrüssung klar ist, ob man Muslim ist oder nicht.
PlanA: Weiter nach Kuala Lumpur Autostoppen. Ausserdem habe ich was von kühlen Bergen auf dem Weg gehört. Das passt mir ganz gut... Auch sehe ich, dass die Internetcentren- in Entwicklungs- und Schwellenländern mein Budget sprengen. Entweder ich gebe den Blog auf, oder ich finde einen günstigen Laptop in Kuala Lumpur.